Natur und Vogelschutz finden in der Bevölkerung wachsende Unterstützung, gleichzeitig schreitet die Intensivierung der Landwirtschaft flächendeckend voran. Zum Raubbau an der Natur kommt das inzwischen bedrohliche Szenario der globalen Klimaerwärmung hinzu.

Das Leben und Überleben der Vogelwelt ist von begrenzten Recourcen und zahlreichen Einflußnahmen der Menschen geprägt. Die Begründung heutiger Nistkastenaktionen liegt im Mangel an Altbäumen mit Baumhöhlen und z.B. speziell bei der Rauchschwalben am Verschwinden der alten Stallungen. Die neuen Offenhaltungsställe bieten häufig zu wenige Nischen und Ecken zum Nestbau.

Nistkästen sind eigentlich nur eine Alternative zu natürlichen Nistgelegenheiten.

 

Nisthilfen

  • Für die meisten Nisthilfen gilt: sie sind nur dann sinnvoll, wenn ihre Bezieher z.B. Meisen in erreichbarer Umgebung auch die für die Aufzucht der Jungen richtige Nahrung finden. Zu weite Entfernung zur Nahrungssuche kostet die fütternden Altvögel meist zu viel Energie, die sie überfordern kann.
  • Nisthilfen sollten auf die künftigen Besucher zugeschnitten sein.
  • Nisthilfen sollten aus dem richtigen Werkstoff – Holz, Holzbeton, keinem Kunststoff – gefertigt sein.
  • Dem Erfindergeist in Sachen Nistkästen sind kaum Grenzen gesetzt. Leider tauchen auf dem Markt immer wieder billige, völlig ungeeignete Modelle auf, „Baumarktqualitäten“, die sogar zu Todesfallen werden können. So z.B. Miniaturen von Fachwerkhäusern in grellen Farben, die nur für das Auge des kaufkräftigen Vorgartenbesitzers, in der Regel jedoch nicht für Vögel geeignet sind. Das Gleiche gilt für Kombinationen von Futterhaus und Nistkasten.
  • Bestimmend für die Nutzbarkeit künstlicher Nisthilfen ist das Material, die Fluglochweite, das Rauminnenmaß sowie die Anbringung an artenspezifisch geeigneter Stelle.
  • Mit kleinen Einfluglöchern hilft man kleinen Vogelarten vor der Konkurrenz durch Größere. Ein Fluglochvorbau (Marderschutz) bei einem Fluglochdurchmesser von 26 bis 50 mm verhindert, dass Fressfeinde brütende Vögel und Junge aus dem Nest holen.
  • Nisthilfen so aufhängen, dass Marder und Katzen keinen Zugriff haben. Aufhänghöhe an ungestörten Plätzen nicht unter 2 m. Für Stare z.B. mindestens 4 m. Nicht der prallen Sonne aussetzen.
  • Nistkästen möglichst im Herbst reinigen, ohne Chemie. Das Reinigen, altes Nest entfernen, verhindert, dass Parasiten der nächsten Vogelbrut im Frühjahr das Leben schwer machen.
  • Nistkästen können zu jeder Jahreszeit aufgehängt werden. Sinnvoll ist der Herbst, da einige Arten z.B. Meisen schon in der späteren Bruthöhle nächtigen.
  • Viele gleichartige Nisthilfen auf engstem Raum haben meist wenig Sinn, da jedes Vogelpaar ein Revier besetzt das auch verteidigt wird. Ausnahmen sind Koloniebrüter wie Star und Mehlschwalben.

Alle Schutzmaßnahmen für gefährdete Vogelarten lassen sich nahezu ausschließlich über die Erhaltung und Verbesserung der Lebensräume erreichen. Vieles hängt davon ab, ob der Naturschutz Allgemeingut werden kann und es gelingt, uns, die Naturnutzer zur Mitarbeit zu bewegen.

Die in unserer Region wichtigsten Nisthilfen für Höhlenbrüter

Kleinmeisen

(z.B. Blau-, Sumpf- oder Tannenmeise)

Material Holz/Holzbeton
Wandstärke 20 mm
Boden 120 x 130 mm
Höhe 250 mm
Fluglochweite 27 mm
Marderschutz ja

Alle Meisenarten / Sperling

Material Holz/Holzbeton
Wandstärke 20 mm
Boden 120 x 130 mm
Höhe 250 mm
Fluglochweite 32-34 mm
Marderschutz ja

 

Star

Material Holz/Holzbeton
Wandstärke 20 mm
Boden 140 x 140 mm
Höhe 275 mm
Fluglochweite 45-50 mm
Marderschutz ja

 

Hausrotschwanz / Bachstelze

Material Holz/Holzbeton
Wandstärke 20 mm
Boden 120 x 120 mm
Höhe 170 mm
Fluglochweite Halbhöhle
Marderschutz nein

 

Rauchschwalbe

Material Holz (Schwalbenwinkel)
Holzbeton (Brutschale)
Wandstärke 20 mm
Boden 160 x 160 mm (Schwalbenw.)
120 x 100 mm (Brutschale)
Höhe 140 mm (Schwalbenw.)
100 mm (Brutschale)
Marderschutz nein

 

Mehlschwalbe

Material Holzbeton
Wandstärke 20 mm
Boden 140 x 100 mm
Höhe 110 mm
Fluglochweite ca. 20 x 60 mm
Marderschutz nein

 

Mauersegler

Material Holz/Holzbeton
Wandstärke 20 mm
Boden 300 x 140 mm
Höhe 140 mm
Fluglochweite 70 x 32 mm
Marderschutz nein

 

Kontakt

Detailierte Fragen zu Nisthilfen beantworte ich gerne.

Klaus Janke 
Tel. 08806-958235

likla.janke@gmx.de

Bildnachweis:

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