… meist zum ersten Mal nach dem langen Winter in die Bienenvölker schaut; dabei achtet er darauf, wie stark das Volk noch ist, ob Brut vorhanden ist und wie viel Futter sich noch im Volk befindet.

Nachdem wir uns Ende Februar über frühlingshafte Temperaturen freuen konnten, pflegen sicher alle meine Völker schon Brut. Das bedeutet, dass die Arbeiterinnen im Stock eine Bruttemperatur von 35 °C aufrechterhalten müssen. Deshalb öffne ich die Völker nur kurz und nur dann, wenn Temperaturen von mindestens 15° C aufwärts herrschen, weil sonst zu viel Wärme verloren geht und die Bienen massive Anstrengungen unternehmen müssen, um wieder die erforderliche Bruttemperatur zu erreichen.

Beim Blick in die Beuten sehe ich sofort, dass alle meine sieben Völker den Winter gut überstanden haben und bereits mehr oder weniger große Brutflächen angelegt haben, was bedeutet, dass sie auch alle über eine Königin verfügen. Das Vorhandensein einer Königin ist Grundvoraussetzung für den Fortbestand eines Volkes. Auch meine 4-jährige „Black Pearl“, die Königin meines ersten eigenen Volkes, erfreut sich noch bester Gesundheit. Von den meisten Imkern werden die Königinnen schon ab einem Alter von 2 Jahren durch neue, junge und leistungsstärkere ersetzt. Da meine „Black Pearl“ die Stammmutter all meiner übrigen Königinnen und deren Völker ist, kann ich ihr kein Haar krümmen. Die Bienen regeln das selbst, falls sie zu schwach werden sollte.

Mein nächster Blick gilt dem Futtervorrat. Gerade im Frühling, wenn die Völker schon Brut führen, es aber oft nochmals zu einem Kälteeinbruch kommt, verbrauchen sie besonders viel Futter. Verschläft das der Imker, können gerade die stärksten Völker mit der meisten Brut verhungern. Erst wenn die Salweide und später dann die Obstbäume blühen, können die Völker so viel Nektar eintragen, dass sie nicht mehr auf Zufütterung angewiesen sind. Zum Glück sind alle meine Völker noch bestens mit Futter versorgt und ich kann die Beuten schnell wieder schließen, um den Wärmeverlust möglichst gering zu halten.

Bin schon gespannt, was der nächste Monat bringt!

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  • © Michaela Bischof